Literatur im Leerstand

Mit einer gut besuchten Krimilesung hat die Neustädter SPD gezeigt, wie lebendig Kultur auch jenseits klassischer Veranstaltungsräume sein kann. Rund um gemütliche Stehlampen, rote Akzente und das große Schaufenster des ehemaligen Textil-/Gardinen-Burger-Gebäudes entstand ein besonderer Raum – provisorisch, rau, aber mit Atmosphäre. Genau richtig für einen Abend, der Spannung, Region und Literatur verbinden wollte.

Dr. Thomas Bäumler las aus seinem Oberpfalz-Krimi „Gerti und die toten Meister“ und führte das Publikum von einem Doppelmord in der Toskana bis mitten in die Oberpfalz. Im anschließenden Gespräch erzählte er, wie er zum Schreiben kam, welche Orte ihn inspirieren und wie viel echte Region in seinen Geschichten steckt. Für ein Schmunzeln sorgte die Bemerkung, dass der Bürgermeister in einem seiner Romane eine kleine Nebenrolle hat.

Lesen im Leerstand – Stefan Voit und Dr. Thomas Bäumler

Unterstützt wurde Bäumler von Stefan Vogt, dem ehemaligen Leiter der Kulturredaktion des Neuen Tages. Als langjähriger Korrekturleser seiner Krimis übernahm Voigt zusätzliche Passagen und brachte mit seiner ruhigen, präzisen Art eine zweite erzählerische Farbe in den Abend.

Der Raum war voll besetzt: ein bunt gemischtes Publikum, manche auf Bänken, viele stehend, alle aufmerksam – trotz der frischen Temperaturen im Leerstand. Die Lesung machte eindrucksvoll deutlich, dass Kultur Orte beleben kann, die sonst ungenutzt bleiben, und dass solche Formate der Innenstadt neues Leben einhauchen können.

Ein atmosphärischer Abend, der Lust auf mehr macht.