Der Ehrenamtsempfang der Neustädter SPD war ein deutliches Zeichen für die Stärke und Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in Neustadt und der Region. Der Saal war sehr gut besucht, Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Vereine, Initiativen und Organisationen waren der Einladung gefolgt. Von Sport und Kultur über soziale Initiativen bis hin zu Blaulichtorganisationen spiegelte sich die ganze Bandbreite des Ehrenamts wider.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Laudatio von Bürgermeister Sebastian Giering, die er frei und ohne Manuskript hielt. In ruhigen, aber klaren Worten würdigte er Ehrenamtliche als besondere Menschen, die Verantwortung übernehmen – nicht, weil sie Zeit übrig hätten, sondern weil sie hinschauen, wo andere wegsehen. Ehrenamt, so Giering, sei keine Dienstleistung und keine Selbstverständlichkeit, sondern Ausdruck von Haltung.
Dabei sprach er auch offen über die Veränderungen und Herausforderungen im Ehrenamt. Viele Vereine hätten heute volle Mitgliederlisten, gleichzeitig werde es aber schwieriger, Menschen für aktive Mitarbeit zu gewinnen. Engagement werde mancherorts eher als Angebot wahrgenommen, weniger als gemeinschaftliche Aufgabe. Diese Entwicklung benannte Giering deutlich – ohne Anklage, aber mit Ernst.
Gleichzeitig machte der Bürgermeister Mut. Ehrenamt werde nie verschwinden, sagte er. Nicht aus Romantik, sondern aus Notwendigkeit. „Es wird immer Menschen geben, die nicht sagen: Da muss jemand etwas tun, sondern: Da müssen wir etwas tun.“ Genau diese Menschen seien es, die Vereine tragen, Gemeinschaft zusammenhalten und das gesellschaftliche Leben vor Ort lebendig machen.
Die Rede fand große Aufmerksamkeit im Publikum und bildete den Auftakt für einen intensiven Austausch im Anschluss. In zahlreichen Gesprächen wurde deutlich, wie wertvoll Begegnung und Vernetzung für ehrenamtliches Engagement sind. Der Empfang war dabei bewusst kein steifer Pflichttermin, sondern ein Raum für Dialog, Zuhören und gemeinsames Nachdenken über die Zukunft des Ehrenamts.
Der Ehrenamtsempfang klang in offener und lebendiger Atmosphäre aus. Viele Gäste blieben noch lange, um sich auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen – ganz im Sinne dessen, was Ehrenamt ausmacht: Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen und Verantwortung übernehmen.







